Hilfe bei Depression – 10 Dinge die mir helfen

Dinge, die hilfe bei Depression sein können
Sich selbst etwas Gutes tun. Auf die eigenen Bedürfnisse hören. Hier ist meine persönliche Liste von Dingen, die mir helfen.

01. Erste Hilfe bei Depression: Ruhe und Verständnis

Ende 2019 ging gar nichts. Und dazu habe ich mich noch runtergemacht, weil ich ja nicht wieder auf die Beine kam und sooo viel erledigt werden wollte.

Nachdem ich mir aber die Erlaubnis zum Ausruhen gegeben und mir selbst etwas Verständnis entgegengebracht hatte, konnte ich mich ohne (allzu) schlechtes Gewissen auf mich konzentrieren und mir die Ruhe gönnen, die ich dringend brauchte.

Ich bin dabei zu lernen, dass ich auch mal einfach nichts machen darf. Einfach sein. Und wenn es mir nicht gut geht, dann ist es ok. Wenn die Kraft fehlt, die Erschöpfung übermächtig ist, dann ist das ok. Meine Liste steht und sobald es mir möglich ist, wende ich mich einem der weiteren Punkte zu. Das gibt mir dann Kraft, auch andere Sachen wieder anzugehen. Aber alles ohne Druck, in meinem Tempo.

02. Das Hobby als Hilfe bei Depression

Ich hatte wieder etwas mehr Kraft. Aber alltägliche Dinge raubten mir diese schnell wieder. Doch wenn noch etwas über war, habe ich mich meinem Hobby, der Fotografie, gewidmet. Klingt einfach, war es aber nicht. Ich musste mir regelrecht selbst in den Hintern treten, um meine Leidenschaft wieder aufleben zu lassen. Anfangs hatte ich auch nicht so recht Freude daran, aber sie kam mit der Zeit. Und wenn ich damit beschäftigt war, hatte alles andere Sendepause. Der Kopf war aus.

03. Heimwerken / Umgestaltung der Wohnung

Hier war alles dunkel. In meinem Inneren und in der Wohnung. Alles kotzte mich an und zog mich runter. Ich musste was tun. Also habe ich die Regale lackiert. Von schwarzbraun in ein fröhliches lichtgrau / weiß. Ok, fröhlich ist es nicht, aber viiiel heller. Nach dem die Regale auch komplett neu angeordnet wurden und die dunkelbraune „Wand“ verschwunden war, konnte ich irgendwie wieder freier atmen und wurde davon schon mal nicht mehr runtergezogen.

04. Malen / Basteln

Oft kam und komme ich abends nicht so richtig runter, was das Einschlafen doch massiv erschwert. Immer dieses Gefühl, nicht genug getan und geleistet zu haben.

Dagegen half und hilft mir Malen. In diesem Fall ausmalen. Ich habe mir Malbücher für Erwachsene und schöne Stifte besorgt und konnte so die Unruhe „vermalen“.

Auch basteln hilft mir. Die Regale waren „neu“, also musste neue Deko her. Im Internet bekommt man so viel Inspiration, dass es für mich echt easy war, Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Wie auch beim Ausmalen komme ich dabei runter und der Kopf gibt für ein paar Momente Ruhe.

05. Spazieren gehen

Hier der typische Standard-Tipp. Frische Luft und Bewegung. Man muss sich nicht verausgaben, damit der Effekt spürbar wird. Ich war vor der Reha täglich ca. 30-45 Minuten spazieren. Zurzeit bekomme ich den Dreh leider nicht raus, wieder regelmäßig zu gehen. Vielleicht ist es einfach zu kalt 😉. Beim Laufen habe ich meist Musik auf den Ohren. Manchmal auch einen Podcast. Und ab und zu telefoniere ich dabei mit meiner besten Freundin. Was mir gerade guttut und worauf ich Bock hab. Und das Vitamin D macht sich dann auch für den Rest des Tages bemerkbar.

06. Meine Familie

Ich glaube nicht an Gott, aber hier würde ich doch echt sagen, ich bin gesegnet.

An meiner Seite habe ich einen Mann, der das alles zwar nicht nachvollziehen kann, jedoch versucht es zu verstehen. Einen Mann, der alles in seiner Macht Stehende tut, um mich zu entlasten. Der versucht mir zu helfen, wo er nur kann.

Auch meine Kinder (mittlerweile 15 und 18) unterstützen mich. Sagen mir immer wieder, dass, wenn ich in meinen Augen versage, es doch alles nicht so schlimm ist. Mein Sohn sagt auch häufiger zu mir: Mama, du musst dich auch mal ausruhen. Nachdem ich ausdrücken konnte, was ich brauche, haben sie oft mit mir an einem Strang gezogen (nicht immer, sind ja Teenager 😉). Das gibt unglaublich viel Kraft.

Die drei und mittlerweile auch meine Schwiegereltern sind mir eine riesengroße Hilfe bei meiner Depression.

07. Therapie

Natürlich sind auch Therapien eine Hilfe bei Depression. Mich haben sie ein Stück weitergebracht. Gerade die kognitive Verhaltenstherapie hat für ein paar Änderungen gesorgt.

08. Meditationen und Inneres-Kind-Arbeit

Eine Hilfe bei Depression können auch Meditationen sein. Einfache Entspannungsmeditationen, progressive Muskelentspannung, autogenes Training … die Auswahl ist riesig. Ich mag geführte Meditationen und mache sie aufgrund des Kraftmangels meist im Liegen. Auch hier habe ich es wieder etwas schleifen lassen und will da wieder ran. Denn geholfen hat mir definitiv.

Da mich meine Therapien nicht so weit gebracht haben, wie ich es mir gewünscht hätte, habe ich privat noch einen Kurs mit Innerer-Kind-Arbeit gemacht. Puh, das war anstrengend, aber wahnsinnig hilfreich. (Erfahrungsberichte folgen).

09. Ziele setzen

Wenn man dann irgendwann so weit ist, um wieder Pläne schmieden zu können, sollte man das auch tun. Neue Ziele setzen. Und wenn diese zu groß erscheinen, runterbrechen auf kleinere.

Einfaches Beispiel: Ich werde jeden Tag eine Stunde spazieren gehen.

Mir erscheint dieses Ziel momentan utopisch. Aber wenn ich nur mit 10 Minuten täglich anfange oder nur 2-3 Mal die Woche eine Stunde, dann sind die Ziele viel leichter zu erreichen und geben Aufwind. Und es gelingt vielleicht eher, es durchzuhalten. Auf jeden Fall sollte man nicht aufgeben, wenn es einem wichtig ist und sich nicht selbst verurteilen, wenn man es nicht (direkt) schafft.

10. Last but not least: Mein Blog

Aufgrund dessen, dass ich mein Leben durch das Schreiben nochmal habe Revue passieren lassen, ist mir (wieder) einiges bewusst geworden. Mit manchen Sachen konnte ich abschließen, mit anderen bin ich ein Stück weitergekommen.

Vielleicht fragst du dich, warum ich das nicht für mich allein in meinem Kämmerlein mache. Ganz einfach: Ich möchte Menschen helfen, denen es so ähnlich geht, sich nicht mehr so allein zu fühlen. Und ich möchte, dass psychische Erkrankungen ernst genommen und enttabuisiert werden. Deswegen mache ich meine Geschichte öffentlich.

Jetzt bist du dran

Das ist nur meine persönliche Liste. Deine kann ganz anders aussehen. Höre, wenn es dir möglich ist, einfach mal in dich hinein und überlege, was dir guttut und dir Kraft gibt. Das können ganz lapidare Kleinigkeiten sein. Du wirst es erkennen, wenn du beginnst darauf zu achten.

Wenn du gerade nicht die Kraft hast, irgendetwas anzugehen, dann ist das auch ok. Sei dir dessen bitte immer bewusst.

💚 Und denk immer dran: Du bist wundervoll und es ist schön, dass es dich gibt! 💚

Depressionen selbst bekämpfen

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