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Ich bin nicht gut genug!

gut genug
Denkst du auch „Ich bin nicht gut genug:“? Ich denke das ziemlich oft. Und genau dieser Glaubenssatz macht mir das Leben ziemlich schwer.

Warum denken wir „Ich bin nicht gut genug.“?

Gute Frage. Definitiv kommen wir nicht mit diesem Gedanken auf die Welt. Wir haben eigentlich nur Hunger, wollen schlafen und brauchen Liebe und Zuwendung.

Und dann werden wir älter. Laufen und sprechen lernen wir so nebenbei. „Ich kann das nicht.“ Oder „Ich bin nicht gut genug dafür.“ denken wir dabei überhaupt nicht. Wir machen es einfach. Wir probieren uns aus.

Wenn wir auf den Spielplatz gehen, sehen wir das Klettergerüst und klettern. Schaukeln auf der Schaukel oder rutschen einfach die Rutsche runter. Theoretisch! Denn, wenn es nicht so klappt, wie wir uns das vorstellen, dann brauchen wir liebevolle Hilfe. Ein Schubser auf der Schaukel, eine helfende Hand, die uns zur Rutsche hochbringt und unten wieder auffängt. In vielen Fällen klappt das auch und unsere Eltern stehen uns zur Seite. Doch was ist, wenn wir niemanden haben oder man uns auch noch nieder macht, weil wir nicht so perfekt sind wie das Kind von der Nachbarin? Dann werden Zweifel und Ängste in unseren Kopf gepflanzt, die uns womöglich unser Leben lang begleiten.

Mein Weg zu „Ich bin nicht gut genug“

Es braucht nicht immer Worte. Ich war z.B. nicht gut genug, weil ich es nicht geschafft habe, meine Mutter vom Alkohol zu befreien. Auch kam damit ein Gefühl der Wertlosigkeit, denn ich war es ja nicht wert, dass sie für mich aufhört. Mittlerweile weiß ich zwar, dass das nicht gestimmt hat, aber als Kind denkt man eben so. Und das sitzt tief. (Die Geschichte mit meiner Ma findest du hier)

Auch für meinen Papa war ich gefühlt nicht gut genug. Er kam mich nur sehr selten besuchen. Rückschluss: Er will mich nicht sehen, ich bin nicht gut genug. Auch dieser Gedanke war nicht richtig. Die genauen Umstände, warum wir uns so selten gesehen haben, werde ich nicht mehr erfahren. Leider ist er 2015 verstorben. Aber die wichtigsten Dinge konnte ich klären und so kann ich wenigstens aus Überzeugung sagen, dass er mich geliebt hat. Ein tröstendes Gefühl.

Vom Baby zum Kind

Erwachsene werden echt etwas bekloppt, wenn es um kleine Kinder geht. Das Baby dreht sich zum ersten Mal und alle flippen aus. Die ersten Schritte und es werden Freudentänze aufgeführt. Wenn das Kleinkind zum ersten Mal auf Topf oder Toilette geht, wird es in den Himmel gelobt. Und das finde ich sowas von richtig! Damit bekommt das Kind das Gefühl, es hat was gut gemacht. Es kann etwas. Es bekommt das nötige Selbstvertrauen, es beim nächsten Mal wieder allein zu schaffen.

Aber das Kind wird älter und so steigen die Ansprüche an das kleine Wesen. Es wird nicht mehr gefeiert, wenn es irgendetwas im Alltag gut macht (was ich persönlich auch etwas übertrieben finde), aber es wird oft getadelt, wenn etwas NICHT funktioniert. Es räumt 7 Tage in Folge ohne Zwischenfälle den Tisch ab und am achten Tag fällt etwas runter. Worauf wird es (oft negativ) angesprochen? Natürlich auf das Missgeschick. Und leider bleibt DAS dann im Gedächtnis und nicht die 7 Tage vorher. Vielleicht kann man hier dann einfach hervorheben, dass es doch vorher super geklappt hat und dass es nicht so schlimm ist. Und dann hilft man liebevoll, die Schweinerei wieder aufzuräumen.

Kleine Kommentare, große Wirkung

Bleiben wir bei Beispielen. Du malst ein Bild. Ok, ein großer Künstler bist du noch nicht, aber du bist stolz drauf und es gefällt dir. Natürlich willst du dieses Kunstwerk jemandem zeigen. Mama, Papa, Onkel, Tante etc. Und dann kommt die Frage: „Was soll das denn sein?“. Nun kommt es hier auch auf den Tonfall an, aber auch liebevoll gesagt, kann es etwas Negatives haben. Erstens, man erkennt es doch (denkst du dir). Zweitens, wenn schroff oder belächelnd gefragt wurde, kommt der Gedanke, dass es doch nicht so gut ist, wie du dachtest. Und wenn dir dann auch noch gesagt wird, wie du es hättest besser machen können, ist dein Stolz auf dieses Bild ganz verflogen und du fühlst dich nur noch als Versager. Nicht schön!

Kleiner Tipp für die Großen am Rande: Frage, „Erzählst du mir was zu deinem Bild?“. Das zeigt Interesse und das Kind merkt nicht, dass du so gar keine Ahnung hast, was es da gemalt hat 😉.

Auslachen – der Supergau

Ehrlich, ich hab gedacht, ich spinne, als ich das erleben musste.

Ein Kind, gerade eingeschult, lebt bei Elternteil 1. Mit Elternteil 2 (E2) wird regelmäßig geskypt, weil Besuche aufgrund der Entfernung bedauerlicherweise eher selten sind.

Nun ist mein Gedanke als Mutter der, dass ich mein Kind fragen würde, wie es ihm geht, was es so macht und erlebt und dann natürlich auch, wie es in der Schule läuft. Joa, die ersten zwei Fragen wurden übersprungen und E2 fragte direkt nach der Schule. Aber die Aussagen des Kindes haben nicht gereicht. E2 wollte auch noch die Schulsachen sehen. Kind, brav wie es ist, holt alles und zeigt das schon Geschaffte in die Kamera. Und E2 fängt brüllend an zu lachen. Mir hat es das Herz zerrissen. Es folgten noch Kommentare, die die Leistung des Kindes ins Lächerliche zogen. Ich wusste selbst als Erwachsene nicht, wie ich in dem Moment mit dieser Situation umgehen soll. Ich war komplett überfordert. Auch, weil ich mich aus diversen Gründen nicht einmischen durfte. Und die Emotionen in dem kleinen Gesicht vor der Kamera waren deutlich zu lesen. Verwirrung, Scham und ein „Ich bin nicht gut genug.“. Ich habe dem Kind danach zugesprochen, versucht, es wieder aufzubauen. Vielleicht hab ich ein kleines bisschen wieder gut machen können.

Aufbauende Worte – sooo wichtig

Selbst, wenn zu Hause alles in Ordnung ist … irgendwann kommt der Tag, da müssen wir der Realität ins Auge sehen. Menschen können grausam sein. Noch nicht mal immer mit Absicht. Aber es fängt schon im Kindergarten mit Ausgrenzung an. Und schon bin ich nicht gut genug, dass die anderen mit mir spielen wollen. Danach kommt die Schule. Und auch hier: Passt du nicht in die Norm, wirst du ausgegrenzt und ja, vielleicht sogar massiv gemobbt. Umso wichtiger ist es, in solchen Momenten jemanden zu haben, der einen auffängt und Mut macht. Jemanden, der aufbauende Worte findet und dir das Gefühl geben kann, du bist gut genug. Du bist toll, wie du bist. Wenn solche Personen fehlen oder der Ausgleich nicht ausreicht, verfestigt sich der Glaubenssatz „Ich bin nicht gut genug“ immer mehr.

Vergleiche

Nun haben wir diesen Glaubenssatz verinnerlicht. Vielleicht nicht in jedem Lebensbereich, aber doch in so vielen. Und dann kommen wir und machen uns weiterhin auch noch selbst nieder. Wie? Na, indem wir uns vergleichen. Schönere Haare, besserer Job, viel intelligenter, mehr Urlaube, einfach in allem besser. Wie soll ich da mithalten. Mein Leben ist langweilig, meine Haare zu dünn, mein Hintern zu dick, mein Job zu schlecht bezahlt und außerdem bin ich eh strunzendoof und werde nie etwas in meinem Leben erreichen. Wir sehen unsere Erfolge gar nicht mehr. Wir sehen nicht, was wir erreicht haben und was wir besitzen. Der Blick geht nach außen, zu den anderen und wir fühlen uns klein, unbedeutend und nicht gut genug.

Schau auf dich

Ja, auch ich bin noch beim Lernen. Ich lerne, den Blick auf mich zu richten. Mich auf meine Stärken zu konzentrieren und meine Schwächen einfach als nicht vorhandene Stärken zu sehen. Und das auch anzunehmen. Ich habe mittlerweile gelernt, dass ich nicht alles können muss. Physik z.B., da bin ich ne echte Niete und das ist in Ordnung. Bei anderen Sachen hadere ich noch mit mir. Solange ich mit mir allein bin, ist alles gut. Ich komme recht gut mit mir klar und mag das, was ich mache 😊. Aber sobald andere Menschen ins Spiel kommen, bin ich wieder nicht gut genug. Fange an mich zu vergleichen und habe beispielsweise Angst, dass mein Mann mich verlässt, weil alle anderen Frauen ja so viel besser sind als ich. Ich werde von Selbstzweifeln geradezu gepeinigt und will dann einfach nur noch alles hinwerfen. Zu tun, was ich möchte, an mich glauben, dass ich etwas schaffen kann, das ist schwer für mich. Ich stehe mir mit meinem Glaubenssatz eigentlich nur selbst im Weg. Aber das ändere ich jetzt Schritt für Schritt.

Fazit

Kritik wird es immer geben. Und wenn sie konstruktiv ist, dann kann sie uns sogar wachsen lassen. Dafür müssen wir aber so stark sein, dass wir diese Kritik nicht auf uns als Person beziehen, sondern genau darauf, worauf sie abzielt. Und diese Stärke können wir uns im Erwachsenenalter nur selbst geben. Zuspruch von außen ist ja gut und schön, aber wenn dieser Zuspruch dann fehlt, fallen wir in ein Loch.

Wir sollten an uns glauben. Sollten unser Bestes geben und damit zufrieden sein. Uns nicht vergleichen, sondern stolz auf das sein, was, wer und wie wir sind (ich weiß, leichter gesagt als getan).

Vor Kurzem erst habe ich folgenden Leitspruch gehört: Unperfekt ist perfekt. So schön und als Lebensmotto finde ich ihn super. Dieser Spruch erlaubt uns, Fehler zu machen und trotzdem „perfekt“ zu sein. Er erlaubt uns zu scheitern, ohne dass wir uns komplett selbst zerfleischen und uns ellenlange Vorwürfe machen. Wir dürfen sein, wie wir sind. Weil wir gut sind, wie wir sind.

Also sage dir immer wieder:

Ich bin nicht gut genug.

Online-Kurs
Mit dem Videokurs „Ich bin gut genug!“ erfährst du, was du tun kannst, um endlich Selbstvertrauen aufzubauen.
Eine Möglichkeit, Glaubenssätze zu ändern, sind Affirmationen. Sätze, die du dir immer wieder selbst sagst oder sagen lässt. Hier findest du eine Möglichkeit, wie du dein Unterbewusstsein neu programmieren kannst:

Affirmationen für Selbstbewusstsein/Selbstvertrauen*
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