Konzentration – Konzentra-was?

Ablenkung vermeiden
Konzentration und Depression harmonieren nicht so wirklich gut. Kaum ist die Konzentration da, ist sie auch schon wieder weg. Deswegen heute ein Beitrag, wie es bei mir und meiner … äh … Beitrag … über … ach ja, Konzentration aussieht.

„Oh schau mal, ne Fliege!“

Das trifft den Ausgangszustand wohl recht passend. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass es in der Familie liegt (mütterlicherseits). Wir sind irgendwie alle sehr leicht abzulenken.

Mein Sohn

Beginnen wir mit meinem Sohn. Konzentration gehört nicht zwingend zu seinen Stärken. Leicht abzulenken und oft eh schon nicht ganz bei der Sache. Wir unterhalten uns z.B. über Ernährung und er fängt mittendrin an, etwas von Flugzeugen zu erzählen. OK, wenn ihn das beschäftigt und mehr interessiert … doch auch mal bei für ihn nicht so interessanten Themen bei der Sache zu bleiben, das fällt ihm unglaublich schwer. Woher hat er das nur?

-Pause-

Ich

Nun gut. Wenn man selbstreflektiert an die Sache heran geht, dann beantwortet das oben genannte Frage. Ich habe Konzentration gelernt. Habe gelernt, mich auf Aufgaben zu fokussieren und zu konzentrieren. Und je nach Tagesform gelingt es mir besser oder schlechter. Daher habe ich anfangs gar nicht gesehen, wo mein „kleiner Mann“ das herhaben könnte. Bis zu jenem augenöffnenden Moment auf der Autobahn.

Mein Mann fuhr und wir unterhielten uns. Ich war gerade im Redefluss. Auf der Gegenspur fuhr mein absolutes Lieblingsautomodell vorbei (sieht man auch nicht allzu oft).
Ich: Bla bla bla.
*Auto fährt vorbei*
Ich: *stoppe Redefluss, starre dem Wagen hinterher*

Mein Mann lächelt. Ich realisiere, was da gerade passiert ist und fange an zu lachen. Mitten im Satz hörte ich auf zu reden. Ich war gefesselt von dem Auto. Und nun wusste ich, warum mein Sohn so leicht abzulenken war. Er hatte es von mir.

-Pause-

Meine Mutter

Irgendwoher musste ich es ja auch haben. Nach Jahren des sporadischen Kontakts (hier kannst du lesen warum) hatte ich mich meiner Ma wieder angenähert. Zuerst via Telefon und dann kam der Tag des ersten Treffens nach langer Zeit. Wir entschlossen uns, spazieren zu gehen.

Kurz nach dem Verlassen ihrer Wohnung kam es zu folgender Situation:
Mama erzählte: „Zum Thema bla bla … Oh, die Hecken sind aber schon wieder hoch gewachsen … Wo war ich?“

Und damit war ich raus aus der Nummer. Ja, mein Sohn hatte es von mir, aber ich hatte es von meiner Mutter. Das war für mich der Beweis, dass keiner etwas dafürkann. Es liegt in unseren Genen 😉

-Pause-

Konzentration lernen

Wenn man so leicht abzulenken ist, dann ist z.B. lernen oder arbeiten nicht zwingend einfach. Übrigens ist gerade schönes Wetter draußen. Nur etwas windig. Du siehst, was ich meine?

Daher habe ich (wie auch immer) gelernt, mich zu konzentrieren. Das half dann in der Ausbildung und bei meinen Jobs. Und selbst bei meinem Fernstudium. Zu der Zeit war ich schon krankgeschrieben und hing in meiner Depression. Aber das Studium half mir und sorgte dafür, dass es mir besser ging. Ich strukturierte meinen Tag danach, baute ausreichend Pausen ein und steigerte mich langsam. 30 Minuten Konzentration, kurze Pause, 30 Minuten Konzentration, längere Pause. Mehr als 3 Stunden täglich habe ich nicht geschafft und schaffe ich auch heute noch nicht, aber ich habe etwas geschafft. Und darauf bin ich stolz.

-Pause-
* * *

Konzentration und Depression

Nun habe ich gelernt, mich zu konzentrieren. Habe es geschafft, fokussiert zu arbeiten und Ablenkungen auszublenden. Und dann kommt Depsi und haut voll rein.

Plötzlich ist nichts mehr mit Konzentration. Zu jedem Gedanken kommen hundert weitere. Bei jeder Aufgabe, die ich erledigen möchte, schweift der Fokus ab. Gesprächen zu folgen und sich das Gehörte auch zu merken, gelingt mir nicht. Ich werde sehr vergesslich. Entweder, Gehörtes, Gelesenes oder Gesehenes fließt einfach durch mich durch oder es prallt gegen eine Nebelwand. Es bleibt nichts wirklich hängen oder kommt an.

-Pause-

Auch die Ablenkung ist allgegenwärtig. Wenn ich versuche, etwas zu erledigen, dann kommen mir dabei unzählige Sachen in den Kopf, die ich auch noch machen möchte und entweder mache ich das dann (kleine, schnellgehende Aufgaben) oder meine Gedanken verzetteln sich und es geht gar nichts mehr. Aber die eigentliche Aufgabe wird nicht oder nur zum Teil geschafft.

-Pause-
* * *

Keine Konzentration – und nun?

Ich habe mich immer selbst fertig gemacht. „Jetzt konzentrier dich doch mal. Das ist nun wirklich nicht so schwer.“ oder „Jetzt reiß dich mal zusammen.“ waren Sätze, die ich mir immer wieder selbst entgegengepfeffert habe. Ich habe mich nieder gemacht und mich selbst verurteilt, weil ich gefühlt einfach nichts ordentlich durchziehen konnte. Mittlerweile sieht das anders aus.

Mein erster Gedanke ist immer noch der, woran es denn (schon wieder) liegen könnte. Mein zweiter ist dann Annahme. Ok, irgendwas passt nicht und das ist in Ordnung. Und ja, ich würde gern wissen was nicht passt, aber ich lasse es nicht zu meinem Hauptgedanken werden. Nein, ich nehme es an und sage mir, dass ich es morgen noch mal versuchen werde. Wenn ich schon etwas geschafft habe, dann freue ich mich darüber, bin stolz auf mich und nehme mir vor, es am nächsten Tag weiterzumachen. Natürlich wurmt es mich immer noch, dass ich es nicht geschafft habe, aber es hat nicht mehr das Gewicht, welches es früher einmal hatte.

Pause

Mit Pausen und Ablenkungen saß ich ca. 5 1/2 Stunden an diesem Beitrag.
Um zu verdeutlichen, wie es mir beim Schreiben ergangen ist, habe ich das Wort „Pause“ eingefügt.

An diesen Stellen habe ich mir entweder etwas zu Trinken geholt, war auf Toilette, war eine rauchen (ja, ich weiß …) oder habe mich durch andere Dinge ablenken lassen. Und jede Ablenkung war willkommen, ist es doch um meine Konzentration heute (und in den letzten Tagen) nicht so rosig bestellt. Aber ich habe immer wieder zurückgefunden und ein bisschen weiter gemacht und das sehe ich als Riesenleistung an.

Also, wenn es mit der Konzentration mal wieder nicht so hinhaut, mach dich nicht fertig. Es ist dann wie es ist und wird bestimmt auch wieder besser.
♥ Und immer dran denken: Du bist wundervoll und es ist schön, dass es dich gibt! ♥

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