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Start der Depression
Wie so vieles hat auch meine Depression in meiner Kindheit begonnen. Unbemerkt und schleichend (biologische Prozesse im Gehirn lasse ich hier außen vor).

Der Grundstein meiner Depression

Ich bin in Ost-Berlin aufgewachsen. Mama, Papa, 4 (viel) ältere Halbgeschwister. Ich war also das Nesthäkchen. So weit war alles gut. Die Zeiten waren eben andere.  Vieles verstehe und verzeihe ich mittlerweile.

Als ich 9 war trennten sich meine Eltern. Und ab diesem Moment musste ich mich gefühlt entscheiden. Für Mama oder für Papa und meine Geschwister. Was ich in meinen jungen Jahren schon wusste, war, dass meine Mama ein Problem hatte. Ein Problem mit Alkohol. Deshalb brauchte sie mich. Irgendjemand musste ihr ja helfen. Ich wusste doch noch nichts von Alkoholsucht und dachte, ich schaffe das. (Hier habe ich etwas ausführlicher darüber geschrieben)

Vertuschung und Leistung

Als ich zehn Jahre als war, zogen meine Mutter und ich um. Neue Umgebung, neue Schule. Aber ich fand recht schnell neue Freunde. Nur ein Problem bestand immer noch.

Von diesem Problem durfte natürlich niemand erfahren. Also war ich die perfekte Tochter. Machte keinen (allzu großen) Mist, war immer pünktlich zu Hause und antworte auf Fragen, was mein Gegenüber hören wollte. Nur nicht auffallen, nur nicht provozieren.

Selbst bei meiner Familie. Meine mittlere Schwester hat sich nach der Trennung meiner Eltern am meisten um mich gekümmert. Zumindest empfinde ich das so. Und sie fragte immer wie es mir geht und wie es zu Hause läuft. „Gut.“ oder „Wird immer besser.“ waren meine Antworten. Wie es mir wirklich ging, habe ich für mich behalten.

Schule war zum Glück kein Thema. Das ging mir leicht von der Hand und ich wurde nicht durch einen akuten Leistungsabfall auffällig.

Das Teenager-Alter und meine Depression

Ich war so oft wie möglich unterwegs. Nur nicht zu Hause sein, nur nicht mit den Problemen konfrontiert werden. Ich war also quasi auf der Flucht.

Irgendwann jedoch ging ich nicht mehr raus. Hatte auf nichts mehr Lust. Wollte keinen sehen oder hören und nur noch allein sein. Meine Freunde verstanden das nicht. Und irgendwann klingelten sie auch nicht mehr an der Tür (heute: schrieben keine WhatsApp-Nachrichten mehr 😉 )

Selbstmord

Dann kam der Tag, der ein bisschen was veränderte. Ich sah keinen Ausweg mehr. Deshalb stand ich „plötzlich“ auf der Fensterbank meines Zimmers. Im vierten Stock und bei geöffnetem Fenster, versteht sich. Da stand ich und wollte springen. Und keiner hätte mich in dem Moment davon abhalten können. Es war einfach niemand da.

Aber ich bin noch hier! Warum?

Zuerst überlegte ich, wie ich am besten springen sollte. Auf die Fahrradständer und mit dem Kopf zuerst. Und dann schossen mir so viele Gedanken durch den Kopf. Zum Beispiel: „Was ist, wenn du falsch fällst, überlebst und gelähmt bist?“ oder „Was ist, wenn es weh tut?“. Ausschlaggebend dafür, dass ich dann doch wieder runtergeklettert bin, war aber der Gedanke an meine Mutter. „Wenn du springst, wen hat sie dann noch? Wer kümmert sich um sie?“

Vertrauen

Ich realisierte an diesem Tag, dass ich Hilfe brauchte. Und so vertraute ich mich einer Freundin an. Nicht die Geschichte, dass ich springen wollte. Nee nee. Aber dass es mir nicht gut ging und ich unter dem Problem meiner Mutter litt.

Das war das Beste, was ich machen konnte. Endlich hatte ich jemanden, mit dem ich sprechen konnte. Dem ich ehrlich sagen konnte, wie es mir geht. Und, für mich erstaunlicherweise, jemanden, der wusste, wovon ich rede. Denn auch sie hatte einen Alkoholiker in der Familie.

Erkenntnis

Rückblickend war das mein erster schwerer Schub. Das habe ich aber erst viele Jahre später erkannt. Damals wusste ich noch gar nichts von Depression oder anderen psychischen Krankheiten. Also musste ich da ja auch irgendwie wieder rauskommen. Und dafür war und ist Verdrängung ein recht probates, wenn auch nicht wirklich funktionierendes Mittel. Aber dazu mehr in einem meiner nächsten Beiträge.

Depressionen selbst bekämpfen

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